Was wir von den Rothschilds lernen könnten

IVA-David 2018 ganz im Zeichen des Aufstiegs und Niedergangs der größten Finanz- und Firmendynastie der Habsburgermonarchie

„Möge uns das Schicksal der Rothschild-Bank erspart bleiben", spielte Franz Gasselsberger, Preisträger des IVA David 18 auf den Niedergang der einst reichsten Familiendynastie der Welt an. Der Vorstand der 150 Jahre alten Oberbank bezog sich auf die Lesung von Roman Sandgruber „Rothschild - Glanz und Untergang des Wiener Welthauses" in der Klimtvilla. Gastgeber und IVA-Präsident Wilhelm Rasinger würdigte Gasselsberger für die wesentlichen Impulse, die er als Chef der Regionalbank für den heimischen Kapitalmarkt gesetzt habe. Er lobte „eine Vergütungspolitik mit Augenmaß, wobei der Vorstand seiner Vorbildfunktion gerecht wird", sowie „die ausgezeichnete Entwicklung der Oberbank in den letzten Jahren in einem herausfordernden Umfeld."

Schwere Zeiten durchlebten die Rothschilds. „Sie zerbrachen an der Krise der Gesellschaft, an der hasserfüllten Umwelt, aber auch an ihrer eigenen familiären Krise", fasst es der Linzer Universitätsprofessor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in seinem jüngsten preisgekrönten Buch über das größte Bankhaus der Habsburgermonarchie zusammen, das vieles zwischen den beiden Weltkriegen und alles unter den Nationalsozialisten verlor.

„Ihre Geschichte zeigt die Vergänglichkeit von Vermögen", verglich Historiker Sandgruber das Schicksal der Rothschilds mit jenem der Buddenbrocks: „Der Großvater beginnt’s, der Vater verdient’s, der Sohn gewinnt’s, der Enkel genießt’s, der Urenkel verliert’s. Länger als fünf Generationen dauert das Glück selten. Manchmal ist es schon nach einer vorbei."

Gastgeber und IVA-Präsident Wilhelm Rasinger zog folgende Lehren aus der tragischen Familiengeschichte: „Unternehmerische Fähigkeiten sind nicht vererbbar. Eine Börsennotierung erleichtert hier die Unternehmensnachfolge. Sie erlaubt der zweiten, dritten Generation einen Verkauf von Unternehmensteilen zu fairen Bedingungen. Sie sorgt auch für mehr betriebswirtschaftliche Disziplin und Professionalität und eine erhöhte Attraktivität des Unternehmens am Personal- und Absatzmarkt." Die Börsenweisheiten der Rothschilds seien heute noch gültig: „Immer die letzten zehn Prozent anderen überlassen" , „rasch hinein und heraus aus den Aktien" oder „in der Information immer voraus sein".

Der Einladung zur Verleihung des IVA DAVID 18 zahlreich gefolgt waren Persönlichkeiten aus der Wirtschaft- und Finanzwelt, darunter Wolfgang Anzengruber, Verbund, Thomas Birtel, Strabag, Christine Catasta, PWC, Georg Folian, Warimpex, Günter Geyer, VIG, Erika Hochrieser, Hannes Winkler, Frauenthal, Helmut Kerschbaumer, KPMG, Ludwig Nießen, Wiener Börse, Willibald Plesser, Slavica Vanovac, Rechtsanwälte, Georg Ransmayr, ORF, Gerhard Seban, Wienerberger, Alois Steinbichler, Kommunalkredit, Wolfgang Traindl, Friedrich Mostböck, ERSTE Group Bank, Ernst Vejdovszky, S-Immo und Vorjahressieger, Norbert Zimmermann, SBO und Berndorf AG, Franz Witt Döring, Schoellerbank, Notar Rupert Brix.

Der IVA-David wurde heuer zum 15. Mal verliehen. Damit zeichnet der Interessenverband für Anleger jährlich Unternehmen und Persönlichkeiten aus, die wesentliche Impulse für den privaten Streubesitz setzen.

 

Datum: 26.04.2019 Autor: IVA-Redaktion
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