Rasinger: Standortentwicklungsgesetz kontraproduktiv

Gut gemeint ist bekanntlich oft das Gegenteil von gut: Verfahrensbeschleunigung vor allem für Infrastrukturprojekte des Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs klingt gut. Seit Jahren ist nicht unmittelbar betroffenen Interessengruppen die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) ein Dorn im Auge. Am lautesten hat der Flughafen Wien mit dem Erweiterungsprojekt 3. Piste in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Daher soll in Donald Trump-Manier das Standortentwicklungsgesetz, durch das ökologische Anliegen zurückgedrängt werden sollen, durchgedrückt werden.
Widersprüchlich ist die Freude von Politikern über die Auszeichnung von Wien als Nummer 1 als lebenswerte Stadt. Dazu haben sicher nicht die Stadtautobahnen, das Essverbot in der U 6 und die drohende Aberkennung des Weltkulturerbes wegen dem problematischen Heumarkt-Projekt beigetragen.
Wien bietet gute Voraussetzungen für anspruchsvolle Arbeitsplätze wie gute Ausbildung, hohe Kulturaffinität und Sozialkompetenz. Durch noch mehr Billigtouristen, die von Ryanair, Easyjet und anderen Fluglinien nach Wien "gespült" werden, besteht aber nur der Bedarf nach mehr Reinigungspersonal und Billigkräften in der Gastronomie, die zumeist aus dem benachbarten Ausland rekrutiert werden. Die U6 ist inzwischen im Vergleich zur Kärntnerstraße und dem Graben, wo Besucher mit mehr oder weniger Tattoos an unmöglichen Stellen die “Wiener Küche”mit Pizza, Kebab, Würstel und Schweinsschnitzel mit Bier oder Cola versuchen zu genießen und in vielen Geschäften Mozartkugeln, T-Shirts mit unsinnigen oder halb lustigen Sprüchen und Eis kaufen können, fast gemütlich geworden.
Standortentwicklung ja, aber nicht zu Lasten der Lebensbedingungen und einer vernünftiger Umweltpolitik. In Österreich wird mit dem Argument Wirtschaftswachstum und Beschäftigung sehr verschwenderisch Grund und Boden mit Gebäuden und Straßen versiegelt. Wir sind Nummer 1 in der EU, ein Grund zum Nachdenken. Kurt Weinberger, Generaldirektor einer Versicherung und Aufsichtsrat der ÖBB hat mit der Initiative recht: “Bodenlos macht Brotlos”.

Datum: 29.08.2018 Autor: IVA-Redaktion
 Seitenanfang  Drucken  Versenden


Newsletter

Aktuelle News direkt in Ihr Postfach (Erscheint 12x jährlich)

Schwerpunktfragen

Die Fragen und Antworten der aktuellen HV-Saison

Bibliothek

Buchempfehlungen in Zusammen- arbeit mit dem Linde-Verlag

Börsen-Kurier

Abonnieren und automatisch IVA-Mitglied werden
IVA - Austrian Shareholder Association | 1130 Wien, Feldmühlgasse 22 | Impressum & Datenschutz | Update: 29.08.2018