Rasinger zu Kosten und Nutzen von Fusionen

Unternehmen, Fonds und Großinvestoren verfügen über gigantische liquide Mittel, die sie ertragreich investieren möchten bzw. müssen. Die Möglichkeiten sind beschränkt, die Preise von Übernahmeobjekte haben sich stark nach oben bewegt.

Berater und Investmentbanken, die von diesen Deals hervorragend leben, präsentieren zumeist Konzepte, nach denen diese Transaktionen wirtschaftlich gerechtfertigt sind.

Die Transaktionskosten, wie etwa zuletzt bei der Verschmelzung RHI mit Magnesita, bewegen sich in einer Größenordnung von zehn Prozent der Kaufsumme. Die Integration verursacht zusätzlich hohe Kosten. Es dauert mindestens zwei bis drei Jahre bis sich Synergien auswirken und ein positiver Einfluss auf das Ergebnis erwartet werden kann. In Mitleidenschaft gezogen werden fast immer die Mitarbeiter. So hat der neue Konzern RHI-Magnesita bei einer Beschäftigtenzahl von rund 15.000 Mitarbeitern bereits einen Abbau von 1.000 bis 2.000 Beschäftigten in naher Zukunft angekündigt.

Zu spüren bekommen es auch die Lieferanten, die entweder den Kunden verlieren oder wegen höherer Volumina Preisnachlässe einräumen müssen.

Bei den Kunden wiederum wird versucht, Preiserhöhungen durchzusetzen.

Manager, die bei einer Übernahme bzw. Fusion stark gefordert werden, werden in der Regel überdurchschnittlich großzügig entlohnt.

Die Aktionäre haben das Risiko des Gelingens, die Allgemeinheit muss aus diversen sozialen Geldtöpfen abfedern; Nutznießer sind jedenfalls Berater und Investmentbanker. Die Folgen sind oft ein reduzierter Wettbewerb, was den Grundprinzipien einer Marktwirtschaft widerspricht. Hier wäre zu fordern, dass die diversen Wettbewerbskommissionen auf allen Ebenen schärfere Auflagen erteilen.

Datum: 21.08.2017 Autor: Dr. Wilhelm Rasinger
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